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"Glauben und Wissen verhalten sich wie die zwei Schalen einer Waage: In dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere".
- Schopenhauer
"Der wahrhaft Gläubige untersucht keinen Glaubenssatz. Es verhält sich damit wie mit einer bitteren Arzneipille: Wenn man sie kaut, ist man nicht mehr imstande, sie hinunterzuschlucken".
- Chamfort
"Zwar hat der Glaube bisher noch keine wirklichen Berge versetzen können, obschon dies, ich weiß nicht wer, behauptet hat. Aber er vermag Berge dorthin zu setzen, wo keine sind".
- Nietzsche
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War Jesus ein Borderliner?
Nach einer neuen Studie britischer Ärzte zufolge, litt Jesus an dem sog. Borderline-Syndrom.
Nach Auswertung hunderter Textpassagen des Neuen Testamentes, konnte zweifelsfrei erwiesen werden, dass Jesus an dieser unberechenbaren Persönlichkeitsstörung litt.
So behauptete er wiederholt, dass er Gottes Sohn sei. Er habe bis zuletzt geglaubt, dass sein göttlicher Vater ihn vor der Kreuzigung retten würde, was ja bekanntlich nicht geschah.
Auch muß die Überzeugung Jesu, über Wasser gehen zu können diesem Syndrom zugeordnet werden. Wiederholt mussten ihn seine Anhänger vor dem sicheren Ertrinken retten.
Nach Aussage des Sprechers des Ärzteteams ist der Fall Jesus damit der früheste und best dokumentierte Fall einer Boderline-Erkrankung.
Quelle: aap
War Jesus ein Masochist?
Einer neuen Studie französischer Forscher zufolge, war Jesus in seiner letzten Lebensphase Masochist im Endstadium.
Nach Auswertung neu entdeckter Seiten des Johannesevangeliums, sowie dutzender Textpassagen des Neuen Testamentes, konnte zweifelsfrei erwiesen werden, dass Jesus an einer extremen Ausformung dieser sexuellen Spielart litt.
So habe er entgegen der bisherigen Darstellung die Dornenkrone für seine Hinrichtung selber geflochten. Als ein mitfühlender römischer Wachmann ihm die Dornenkrone abnehmen wollte, habe er sich heftig gewehrt und den Wachmann auf Übelste beschimpft.
Begonnen habe es nach den Aufzeichnungen des Johannes zufolge, mit der praktischen Umsetzung des Spruchs: „ Wirst Du auf die linke Wange geschlagen, so halte auch noch die rechte hin.“ Hierdurch sei der junge Glaubensstifter auf den Geschmack gekommen, so das Forscherteam.
Auch die Tatsache, dass Jesus keine Anstalten machte seiner Kreuzigung zu entgehen, wurde als starkes Indiz dafür gedeutet, dass Jesus seine Hinrichtung als ultimativen Kick von langer Hand geplant hatte.
Nach Aussage des Sprechers des Forscherteams ist der Fall Jesus damit der früheste und best dokumentierte Fall dieser extremen sexuellen Ausrichtung.
Quelle: aap
War Jesus Atheist?
Jesus ein Aufklärer? Mit dieser seltsam anmutenden These setzt eine Studie einer Gruppe schwedischer Forscher die Fachwelt in Erstauen. Hiernach verdichten sich die Hinweise, dass Jesus Atheist war!
Nach Auswertung neu entdeckter Seiten des Johannesevangeliums, sowie dutzender Textpassagen des Neuen Testamentes, konnte die Forschergruppe um Jan Gustavson nachweisen, dass der Glaubensstifter der Christenheit in Wahrheit selber nur an säkulare Werte glaubte.
Durch die Gründung einer Sekte wollte Jesus, quasi als Günter Wallraff des Altertums,
die leichte Verführbarkeit der Menschen den Völkern vor Augen führen. Das "Gottes-Sohn-Theater" habe er nur veranstaltet, um die Schwäche der Menschheit in einer Art Schocktherapie zu heilen.
Ziel und Zweck der Sekte sollte es sein, durch Einübung von absolut unsinnigen Riten und Verhaltensweisen, sowie dem Herunterbeten von sinnfreien Phrasen die Gläubigen in eine Abhängigkeit zu führen.
Anfänglich hatte Jesu große Probleme die Menschen für seine Sache zu gewinnen. Erst nachdem er den Suchenden das ewige Leben versprach und mit strengen Strafen bei Zuwiderhandeln drohte, wuchs seine Anhängerschaft rasant.
Als seine Anhängerschar schätzungsweise ca. 1.000 Personen erreicht hatte, wollte er den Schwindel auffliegen lassen. Vertrauten verriet er sein Vorhaben, die glaubten er habe den Verstand verloren und verrieten ihn an die Römer. Als Märtyrer, so die Überlegung der Forscher, habe er der Sekte wohl mehr genützt als ein Glaubensstifter, der keiner mehr sein wollte.
Noch am Kreuz soll er seine Anhänger auf´s übelste beschimpft haben. Seine letzen Worte seien, so Gustavson, nicht "Oh Vater, warum hast Du mich verlassen!" gewesen, sondern "Wer mir folgt, hat nichts verstanden!"
So geschah es, dass diese ursprünglich als Aufklärung gedachte Inszenierung einer Verführung, mit ihren Funktionsmechanismen, bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben ist.
Quelle:aap
zum Anfang
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Wie Infektionen die religiöse Vielfalt beeinflussen
Je stärker die Bedrohung durch ansteckende Krankheiten, desto mehr Glaubensausrichtungen gibt es
In Regionen mit vielen Infektionskrankheiten ist die Vielfalt praktizierter Religionen größer. Das sagen die beiden US-Forscher Corey Fincher und Randy Thornhill nach der Analyse mehrerer hundert Regionen rund um den Globus, in der sie die Zahl der religiösen Gruppierungen mit dem Auftreten von Infektionskrankheiten in Beziehung setzten. Ein hohes Anstreckungsrisiko beim Kontakt zu anderen Menschen begünstige die Entstehung kleiner sozialer und kultureller Gruppen und damit auch die Ausbildung verschiedener religiöser Richtungen, erklären die Forscher den Zusammenhang.
Ausgangspunkt der Arbeit war die Fragestellung, warum es in Ländern wie der Elfenbeinküste 76 religiöse Gruppierungen gibt, während in Norwegen nur 13 gezählt werden. Brasilien hat sogar 159 verschiedene Religionen, im Gegensatz zu dem flächenmäßig größeren Kanada mit lediglich 15. Auf der Suche nach einem allgemeingültigen Muster nahmen die Wissenschaftler eine Abschätzung der Bedrohung durch Infektionskrankheiten in 339 traditionell lebenden Gesellschaften der Erde vor. In die Berechnung flossen Größen wie die Durchschnittstemperatur, die Niederschlagsmenge, die geographische Breite und Werte aus medizinischen Datenbanken ein, in denen Häufigkeit und Verbreitung von Erregern und Parasiten aufgelistet waren.
Als die Forscher die Vielfalt religiöser Gruppierungen in den jeweiligen Ländern zu diesen Daten in Beziehung setzten, ergab sich ein klarer Zusammenhang: Je größer die Bedrohung durch Infektionskrankheiten in einer Region ist, desto vielfältiger ist die religiöse Praxis. Ein hohes Infektionsrisiko führe zur Aufspaltung der Bevölkerung in immer kleinere Gruppen, da die Menschen dann den Kontakt zu Fremden eher vermeiden, sich stärker ihrer eigenen Gruppe zuwenden und keine so großen Entfernungen mehr zurücklegen, erklären Fincher und Thornhill. So komme es zur Ausbildung immer kleinteiligerer sozialer Strukturen mit eigenen religiösen Traditionen. Einen ähnlichen Zusammenhang hatten Forscher bereits bei der Entstehung von Sprachen vermutet, wo eine starke Bedrohung durch Infektionskrankheiten ebenfalls mit einer großen Vielfalt einhergeht.
Corey Fincher und Randy Thornhill (Universität von New Mexico, Albuquerque): Proceedings of the Royal Society B, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2008.0688
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"Nichts hat der Mensch in sich so sehr zu bezähmen wie seine Einbildungskraft, die beweglichste und zugleich die gefährlichste aller menschlichen Gemütsgaben".
Herder |
In ihrer Pressemittelung hat die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e.V. ihre Sorge über das Bildungsniveau der zukünftigen Generationen geäußert. Nach Ansicht der GWUP e.V. werden in den Medien verstärkt und leichtsinnig pseudowissenschaftliche Ideen verbreitet, welche nach ihrer Ansicht zu irreversiblen Schäden führen können.
Die GWUP e.V. fordert daher: “Die Schöpfungsmythen der Religionen sollten in keinem Fach, in Schule und Bildung als Erklärungsmuster für die Entstehung der Arten oder der Menschen gelehrt werden. Schöpfungsmythen und anderepseudowissenschaftliche Erklärungen haben in naturwissenschaftlichen Disziplinen nichts zu suchen“. Wir, der Verein für Aufklärung und Freiheit teilen die Sorge über kreationistische Weltanschauungen und deren Verbreitung in Medien und Bildung, und schließen uns dem Postulat der GWUP e.V. an.
Eine auf wissenschaftliche Grundlage basierende Analyse der Grundmythen der Menschheit, im Sinne der Aufklärung, ist durchaus legitim. Mythen können auch als Quelle des Selbstverständnisses der Völker verstanden werden. Die Tools der Aufklärung sollten aber dazu beitragen, metaphysische und mythologische Paradoxien, welche sich dem empirischen Horizont entziehen, philosophisch erklären helfen. Wenn man heute die „heiligen“ Bücher der monotheistischen Religionen den Kriterien der Aufklärung unterordnen würde, würden diese sicherlich keine Bestnoten erzielen, bzw. aus wissenschaftlicher Sicht als wertlos gelten.
Würde man aber Bibel und Koran durch die anthropologische Brille betrachten, dann stellt man fest, das diese eine Quelle der Desinformation und eine auf nichtverifizierbarer Grundlage erstelltes Glaubens- oder Regelwerk-Manifest darstellen. Das infantile Selbstverständnis der „heiligen Bücher“ ist mit überzogenem Ernst angelegt und durchweg humorlos, darüber hinaus ist der Gewaltgedanke diesen Schriften inhärent. Im eigentlichen Sinne geht es innerhalb der Religionen noch nicht einmal um Glaubensfragen, sondern um ihren Anspruch, Mutmaßungen im Gewande einer Drohung von „Gottes“ unveränderlichem Wort, der Menschheit zu indoktrinieren. Diejenigen unter den gottesfürchtigen, welche tagaus, tagein ungefiltert dieser Indoktrination Rechnung tragen, sehen in der fortschrittlichen säkularen Welt natürlich den gottlosen Gegenentwurf ihrer eigenen, infantil religiös geprägten Gnosis. Der jüdische Philosoph Jeschajahu Leibovitz sagte einmal zu diesem Phänomen:
„ selbst wenn jemand beweisen könnte, dass es einen alten Mann gibt, der oben im Himmel sitzt, und an den Fäden der Welt zieht, wäre das aus religiöser Sicht irrelevant. Die Frage ist, welche Pflichten der Mensch eingeht. Der Glaube ist nicht das Wissen des Menschen über Gott, sondern das Wissen des Menschen über sich selbst im Angesicht Gottes.“
Und durchaus, die Entstehung der Welt ist nach wie ungeklärt, aber die Entstehung der menschlichen Kulturen ist erforscht. Das die Erklärung von Ereignissen in der Regel immer am Ende erfolgt und nicht am Anfang, war für unsere, an logischen Verständnis schwach ausgestatteten Vorfahren kein Hindernis für ihre mythischen Vermutungen. Alle Schöpfungsmythen der Erdvölker haben eines gemein: Sie geben sich geheimnisvoll, verschleiern, anstatt „Geheimnisse“ zu enthüllen.
Schöpfungsmythen sind keine historischen Abhandlungen unserer geschichtlichen Vergangenheit, welche die Anhänger der Religionen als solche umzudeuten versuchen.
Ein Armutszeugnis, weil erkenntnistheoretische Fortschritte, wie z.B. die bahnbrechende Evolutionstheorie Darwins oder die kritische Methode Kants, in den Schöpfungsmythen der Religionen nicht berücksichtigt werden.
In Immanuel Kants: Die Überwindung der Metaphysik (Ideenlehre), hatte Kant die spekulative Weltweisheit für Ad Absurdum erklärt und den von alters her anhaftenden Schein, als ob Seele, Welt und Gott wirkliche, sinnliche oder verstandesmäßige Dinge wären, verworfen und an seine Stelle tritt die Analytik des reinen Verstandes.
„Die Existenz Gottes, die unsterbliche Seele und eine rationale Lehre vom Kosmos, kurz die höchsten Gegenstände der traditionellen Metaphysik, sind deshalb( weil keiner empirischen Erfahrung je zugänglich) auch keine Gegenstände der theoretischen Vernunft, sondern aus der philosophischen Theorie kritisch auszusondern.“
Eine der großen Errungenschaften der Aufklärung und die Überwindung der alten Metaphysik. Kein vernunftbegabter Mensch würde z.B. von einem Kinde eine substanzielle Analyse seiner Existenz erwarten. Daher sind die „heiligen Bücher „ der Phantasie- und Fiction Literatur zuzuordnen, dem Bereich der Scheinwissenschaften, wie der Theologie oder Ontologie. Aus einer vermeintlichen Not heraus, frei nach dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht“, erschufen sich die Autoren der Mythen einen mutmaßlichen und absolutistisch/ -personellen Schöpfergott, der sich in Zeiten des Mangels ( geistigen und/-oder materiellen) in idealer Weise auch noch um die subjektiven Belange eines jeden Einzelnen kümmere.Der Philosoph Xenophanes beschrieb das Phänomen zutreffend:
„ Die Äthopier (malen) ihre Götter plattnasig und schwarz, die Thraker blauäugig und rötlich…
Doch wenn Ochsen oder Löwen Hände hätten, oder vielmehr malen könnten mit ihren Händen und Kunstwerke herstellten wie die Menschen, dann würden Pferde pferdeähnlich, Ochsen ochsenähnlich der Götter Gestalten malen und solche Körper bilden, wie jeder selbst gestaltet ist.“
Mit der Schöpfung verhält es sich so, als wenn man versuchten würde, sich aus 20 Teilen eines 1000 teiligen Puzzles, sein Weltbild zusammenzubasteln. Das Weltbild der monotheistischen Religionen, geprägt von Menschen, welche sich seinerzeit die kausale Entstehung eines Gewitterblitzes nicht erklären konnten, kann nur auf irregeleiteten Annahmen aufgebaut sein.
Mit einer richtigen Genealogie ausgestattet, war „Gott“ seinerzeit zum Urvater der Menschheit aufgestiegen. Einen nicht anthropologischen, gestaltlosen „Gott“ findet man meistens in den Mythen fernöstlicher Urkulturen, welche die Zahl Null kannten und mit dieser operierten.
Die lebensspendende und innovative Verbindung zur Nullstelle, wurde mehr oder weniger mysteriös hergestellt und damit nahm die Entstehung der Zivilisation ihren Anfang.
Unabhängig aller verbindenden Ähnlichkeiten der vorgeschichtlichen Urkulturen, gibt es auch bemerkenswerte Unterschiede in der Struktur dieser Verbindungen.
Zum Beispiel bedient sich die griechische Mythologie einer Hierarchie mit einem Hauptgott Zeus, als Oberhaupt in der zentralen Mitte des Götterkanons. Um ihn herum sei die engste Götterverwandtschaft angeordnet, dahinter die sogenannten Halbgötter, gottgleiche Menschen (Hohepriester), quasi Hybriden, als die eigentlichen Vermittler zwischen den Welten; aufgeteilt in Jenseits und Diesseits. Den monotheistischen Religionen ist diese Art der Blutsverwandtschaft kaum inhärent, die göttliche Einmischung folge durch Initiation ,von durch Offenbarung ausgewählten sterblichen Propheten. In diesem Punkt liegt auch das große Missverständnis.
Die monotheistischen Religionen sind Todeskulte, das haben Judentum, Christentum und Islam miteinander gemein. Sie verheißen Erfüllung und Belohnung erst, wenn der physische Nullpunkt erreicht ist. In diesem Punkt erklärt sich die Ambivalenz zwischen religiös erkranktem Selbstmordattentäter und der Verheißung, nach erfolgreich erledigter „Mission“ ins Paradies einkehren zu dürfen.
„ Der Kranke verhält sich möglicherweise intolerant gegenüber Vertretern anderer Glaubensrichtungen; in extremen Fällen tötet er sie sogar oder wünscht ihnen den Tod.
Genauso gewalttätig kann er gegenüber Abtrünnigen sein die einst dem Glauben angehörten und ihm dann abgeschworen haben), oder gegenüber Ketzern (die sich einem abweichenden, oft nur geringfügig anderen Glauben verschrieben haben). Er empfindet eventuell auch Feindschaft gegenüber Zeitströmungen, die seinem Glauben gefährlich werden könnten, z.B. gegen die Methode wissenschaftlicher Vernunft, die wie ein Stück Antivirensoftware wirken kann.“ ( Richard Dawkins)
Die sinnliche Hingabe zu Lebzeiten würde das Machtgefüge innerhalb der Religion erschüttern und Freiheit postulieren. Der monotheistische „Gott“ ist zudem zutiefst eifersüchtig, ( Du sollst keine Götter neben mir haben ) daraus lässt sich vielleicht auch seine Lustfeindlichkeit erklären. Im islamischen Glauben behauptet man z.B., das wenn eine Frau und ein Mann alleine in einem Zimmer verweilen, der Teufel anwesend sei. Religionsauslegung als entsexualisierende Normierung, mit Hilfe des Teufels; das tiefste Mittelalter lässt grüßen.
Der biblische Gott zeigt sich uns in perfider Art und Weise als Intrigant, mit einen Hang zu Sadismus und Grausamkeit. Das erkennt ein gesunder Verstand beim Lesen, schneller als man zu vermuten glaubt. In den Büchern stellt sich „Gott“ als unterdurchschnittlich miserabler Analytiker und Konstrukteur der Welten dar (seinen Erfindern gleich), ohne die Spur organisatorischen Talents. Er wäre mit seinen kreationistischen Anlagen heutzutage sicherlich arbeitslos.
Aus dem zweiten und fünften Buch Moses lernen wir etwas über den Imperativ der Anstiftung:
Und der Herr redete mit Moses und sprach: „ Sage Aron und seinen Söhnen und sprich…!
Oder: „ Rede mit den Kindern Israel und sprich…! Und.: „ Geh zum Pharao und sage ihm..!
Und dann spricht Moses: - „ Und nun höre, Israel, die Gebote und Rechte, die ich euch lehre, dass ihr sie tun sollt, auf das ihr lebt und hineinkommt und das Land einnehmt, das Euch der Herr, der Gott Eurer Väter, gibt. 2. sollt ihr nichts dazu tun zudem, was ich Euch gebiete, und sollt auch nichts davon tun , auf das Ihr bewahrt die Gebote des Herrn, eures Gottes, die ich Euch gebiete.“
„ Und der Herr gebot mir zur selben Zeit, euch die Gebote und Rechte zu lehren, dass ihr danach tun sollt in dem Lande, in das Ihr zieht, es einzunehmen.“
Jeder, der sich vielleicht noch an das Spiel aus seiner Kindheit, „ stille Post“, erinnert, könnte sich vorstellen wie das Prinzip der Datenweitergabe ablief und auch heute noch unvermindert abläuft. Es wird ein Begriff oder eine Information an einen Ausgewählten gesendet, welcher diese Botschaft empfängt und dann wieder an den Nächsten sendet usw., eine Art Schneeballprinzip. In religiöser Auslegung würde das bedeutet, dass man (Gott) eine Idee unter den Menschen verbreitet, wohl Wissend, das am Ende nur Missverständnis rauskommen muss, denn das Medium Mensch, ist für eine unverfälschte Übertragung von Informationen nicht geeignet, denn er selbst ist Information.
Während des Übertragungsvorgangs dieser „Meme“ wird die Information transformiert und modelliert, unabhängig über den Sinngehalt und dann immer weiter in die Köpfe und Hirne verpflanzt, bzw. verankert. Richard Dawkins nennt diese „Glaubens-Viren“.Frühkindliche, religiös geprägte Erziehung ist ein Teil dieser Propagandamaschine.
Richard Dawkins in, der Infizierte Geist: „Ich erwähnte bereits die angeborene Leichtgläubigkeit von Kindern, die so nützlich ist zum Lernen von Sprachen und überliefertem Wissen, und die so leicht von Nonnen, Munis und ähnlichen Leuten missbraucht werden kann.
Ganz allgemein tauschen wir ja alle miteinander Informationen aus. Wir schieben uns zwar nicht direkt Disketten in den Schädel, aber wir übermitteln uns Sätze, sowohl durch die Augen als auch durch die Ohren. Wir sehen, wie andere sich bewegen und kleiden, und das beeinflusst uns. Wir hören Werbemelodien und werden davon vermutlich verführt; sonst würden hartgesottene Geschäftsleute ja nicht pausenlos für teures Geld den Äther damit verpesten.“
Das Individuum stellt eine Symbiose aus Import und Export dar, welche Verzerrungen leidenschaftlich produzieren. Für die künstlerische Kreativität könnte es durchaus von Vorteil sein, aber in einem Kommunikationsprozess innerhalb eines Gotteswahns völlig ungeeignet ist und dabei noch höchst gefährlich. Das Ergebnis lässt sich anhand der zahllosen Religionskriege in unseren Geschichtsbüchern nachlesen.
Wäre es (Propheten sind gemeint) gegenüber den damaligen ahnungslosen bildungsfernen Schichten in biblischer Zeit nicht recht und billig gewesen, sich der gesamten Menschheit zu offenbaren?
Dem Mythos zufolge kam aber nur eine auserwählte Clique in den Genuss dieser wertvollen „ Schlüssel zur Macht “-Informationen. Machtgier und Cleverness gegenüber einer leichtgläubigen und der Autosuggestion anheimelnden Masse, verlockte schon zu allen Zeiten zu Machtmissbrauch und der Verführung leichtgläubiger Kulturen.
T.L.M./kotonski
Quellen: Dietrich Steinwede und Dietmar Först „Die Schöpfungsmythen“ Patmos Verlag 2004
OBEN
Dossier: Fossiles Denken als Gottesbeweis.
Die Allianz christlicher und muslimischer Kreationisten
von Harald Brand
„Darwin ist widerlegt. Seine Theorie von der Entstehung der Arten ist falsch. Millionen von Fossilien beweisen, das sich weder die Tiere noch die Pflanzen seit ihrer Erschaffung durch Allah verändert haben.“
Das ist die Quintessenz der Botschaft die der türkische Anti-Darwinist Adnan Oktar in über zweihundert Büchern, Videos und auf Dutzenden von Webseiten verbreitet. Unter dem Pseudonym Harun Yahya erschien 2006, der erste Band des Atlas der Schöpfung. Ein großformatiger, luxuriös gestalteter Bildband, der fast 7 Kilo wiegt und zu hunderttausenden, kostenlos an Universitäten Schulen und Forschungsinstitute in Europa verschickt wurde.
Seit 1997 befasst sich der sozialistische Europaparlamentarier Guy Lengagne mit dem Phänomen des Kreationismus. Der Glaube, dass die biblische Schöpfungsgeschichte der Christen ein akkurates Bild von der Entstehung aller Arten, bis hin zum Menschen zeichnet, ist allen Gruppierungen, der zumeist in Nordamerika beheimateten Kreationisten gemeinsam. Dass sich nun aber auch in der islamischen Welt ein Relais gebildet hat, das über genügend Mittel verfügt, um einen Großangriff auf mehrere europäische Länder zu starten ist beunruhigend.
Zu verhindern dass die Evolutionslehre unterrichtet wird, ist ein Angriff auf die Menschenrechte. Ich weiß nicht, wie viel Wissenschaftszweige in der Evolutionslehre zusammenkommen – Paläontologie, Genetik, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Kontinentaldrift- alles spielt im Evolutionsmodell eine Rolle. Junge Menschen daran zu hindern, sich dieses Wissen anzueignen, das die Menschheit in Hunderten wenn nicht Tausenden von Jahren akkumuliert hat, bedeutet sie daran zu hindern, die Welt zu verstehen.
Das Ziel der Kreationisten, die im Moment die Speerspitze reaktionärer politischer Kräfte weltweit sind, ist die Errichtung einer Theokratie … mehr
OBEN
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Sumerische Kultur
Als der Himmelsgott An den Himmel werden lässt, als Enlil die Erde gründet, als Himmel und Erde sich entfernen, als die Menschheit entsteht, da segel Enki, der König des Ozeans, von fernher zur Erde. Und Enki spricht: „Ich bin der Sohn des An. An legte das Gesetz in meine Hände. Ich hüte die Urkunden über Himmel und Erde. Ich bin der Vater der Länder. Ich bin das Ohr der Länder. Ich hüte die Gerechtigkeit zusammen mit An, mein Vater“. Und Enki spricht:“ Ich stieg zum Himmel auf. Da kam Regen von oben. Ich neige mich zur Erde. Da kam wasser von unten, überfließend“.
Vor der Erschaffung des Menschen lag die Erschaffung der Götter. Im ersten Schöpfungsakt wurde von der Göttin Nammu, die das Urmeer darstellte, die Erdgöttin Urasch und der Himmelsgott An erschaffen. Im weiteren Verlauf der Schöpfung folgten nun Vegetations- und Luftgott Enlil und seine Gemahlin Ninlil, die symbolisch für die Ernährung als Getreidegöttin verehrt wurde. Als weitere göttliche Nachkommen wurde der Kriegsgott Nergal und die Unterweltsgöttin Ereschkigal sowie die Göttin des Schilfes Ningal und der Mondgott Nanna erschaffen. Ningal und Nanna gelten als Elternpaar des Sonnengottes Utu, der Fruchtbarkeitsgöttin Inanna und Nusku, dem Feuergott.
Die Sumerer glaubten, dass nach Erschaffung der Götter die Schöpfung des Menschen durch das Aussprechen der göttlichen Worte vollzogen wurde. Für die Weltordnung wurden die ME erstellt; eine Sammlung unumstößlicher Regeln und Gesetzen, die aus der göttlichen Weisheit heraus entstanden. Jeder Mensch musste diesen Regeln folgen, da sonst das Chaos drohte und der Mensch dem Untergang geweiht war.
Herausragende Bedeutung neben den Schöpfergottheiten hatten die drei Himmelsgottheiten Nanna, Utu und Inanna. Ein weiterer Gott von großer Bedeutung war Ninurta, der Gott des Südwindes. Große Beliebtheit wurde dem Schäfergott Dumuzi zuteil. Ursprünglich war er ein sterblicher Herrscher, dessen Heirat mit Inanna die Fruchtbarkeit des Landes sicherstellen sollte. Die Ehe endet jedoch mit einer Tragödie: Inanna fühlte sich von Dumuzi zu wenig beachtet. Hintergrund war die Unterweltfahrt von Inanna zu Ereschkigal im Reich der Toten. Inanna wollte die Erkenntnis des Todes erlangen und wurde aus diesem Grund von Ereschkigal umgebracht. Unter Hilfe zweier Götter, die von Geschtinanna zu Ereschkigal geschickt wurden, konnte Inanna, nach drei Tagen im Totenreich, als Wiederauferstehung zurück in das Reich der Lebenden eintreten. Dumuzi war während der drei Tage wenig besorgt um Inanna, weshalb er dazu verurteilt wurde, alljährlich sechs Monate in der Unterwelt zu verbringen. Dieses Urteil führte als Folge zu den trockenen, unfruchtbaren Monaten des heißen Sommers. Geschtinanna war, wegen der großen Liebe zu Dumuzi, bereit, in Abwesenheit von Dumuzi auf die Erde zu kommen und ihn zu vertreten. Nach Rückkehr des Dumuzi musste Geschtinanna für sechs Monate den Weg in das Reich der Toten antreten. Dumuzis Wiedervereinigung mit seiner Gemahlin führte zum Wiederaufleben und zur erneuten Fruchtbarkeit im Tier- und Pflanzenreich. Das neue Jahr feierten die Sumerer mit der Heiligen Hochzeit von Dumuzi und Inanna. Den Höhepunkt dieser Feier bildete die rituelle Vereinigung, wobei der König den Dumuzi und eine Hohepriesterin die Inanna verkörperte.
OBEN
Japan
Urgötter sind da, als Himmel und Erde entstehen. Izanagi ist da, Gott der lebenspendende Kraft, und Izanami, seine Schwester, beide den anderen Urgöttern gleich. Die Urgötter geben den beiden Befehl: „ordnet alles auf der Erde!“ Sie geben den beiden den Himmelsspeer, mit Edelsteinen besetz. Die beiden stellen sich Seite an Seite auf die schwebende Himmelsbrücke. Sie stoßen den Speer hinab in die Wasser. Sie rühren die Urwasser um. Sie heben den Speer. Da fällt ein Tropfen. Daraus wird die Insel Onokoro.
Sie steigen auf die Insel hinab. Sie erreichten eine Himmelssäule. Im Liebesspiel tollen sie um die Säule. Sie entdecken, wie man Kinder macht. Die beiden schlafen miteinander. Sie werden Mann und Frau. Und da entstehen sieben Inseln, die großen Insel Japans. Und neue Götter werden geboren, der Gott der Erde, der des Meeres, der Gott der Winde und der Berge, der Gott der Jahreszeiten. Alle werden hervorgebracht von Izanagi und Izanami. Ein Gott ist der Feuergott Kagutsuchi, der Gott der verheerenden Brände. Bei seiner Geburt ein Feuerbrand. Und da geschieht es: Izanami verbrennt sich. Izanami stirbt, so stark ist das Feuer. Sie kommt in die Unterwelt. Yomi ist es, das Reich der Toten. Izanami muss hier bleiben. Ihr Mann aber tötet Kagutsuchi. Fünf neue Götter kommen hervor. Sehr verzweifelt ist Izanagi. Er will seine Frau zurück. Da dringt er in die Unterwelt ein. Er steigt ins „Land der Nacht“ hinab. Laut ruft er dort nach Izanami. Sie aber kann ihn nicht hören. Von Yami hat Izanami gegessen. Das ist die Frucht des Todes. Wer davon isst, kann niemals zurück. Er bleibt im „Land der Nacht“.
Izanagi entzündet die Fackel. Da sieht er seine Frau. Sie ist schon verwest, ein entstellter Leichnam. Da weicht Izanagi zurück. Er will entkommen. Da sind die Wächter. Er wirft ihnen Fruchte zuz. Draußen rollt er den riesigen Steinblock. Er verschließt den Eingang zur Unterwelt.
Er läuft ans Meer. Er wäscht sein Gesicht. Da entstehen neue Götter: Amaterasu, die Herrin der Sonne, die am Himmel leuchtende Gottheit. Tsuhi-yomi entsteht, der Herrscher der Nacht. Tsuhi-yomi ist der Mondgott. Als dritter entsteht Gott Susano-wo, der Sturm Gott, Beherrscher des Meeres. Und Izanagi teilt die Welt. Er gibt sie seinen Kindern. Er selber aber ist ohne Trost. Auf immer ist Izanami verloren.
China
Im Anfang war das Chaos, Leere, Dunkelheit, unergründliche Tiefe des Ur-Ozeans. Aus dem Chaos entstand das Ur-Ei, das Welten-Ei. Im Ei schlief ein erstes lebendes Wesen: P`an Ku.
Der Schlaf dauerte 18000 Jahre. P`an Ku schlief und schlief und wuchs. Und P`an Ku begann sich zu strecken. Er wachte auf. Das Ei zerbrach. Da war der helle leichte Teil des Eis, ganz vom Yang durchdrungen. Er hob sich hoch. Der Yang-Teil wurde zum Himmel. Der untere schwere Teil des Eis, er war vom Yin durchdrungen. Yin war dunkel. Es sank hinab. Der Yin-Teil wurde zur Erde.
Yang, das war der helle Himmel. Yin, das war die dunkle Erde. P`an Ku war voller Furcht, dass Himmel und Erde sich wieder verbinden. Darum zwängte er seinen Körper dazwischen, zwischen Yang und Yin. So hielt sein Kopf den Himmel oben, sein Fuß die Erde unten. Das dauerte wiederum 18000 Jahre. P`an Ku aber wuchs und wuchs. Täglich wuchs er um drei Meter. Erde und Himmel entfernten sich. P`an Ku aber wuchs und wuchs, großer und großer. Er wurde riesig.
Schließlich sah er: Es wird nicht geschehen: Sie kommen nicht mehr zusammen. Erde und Himmel bleiben getrennt. Da schlief er ein, der Riese. Er schlief und schlief. Dann war es zu Ende. P`an KU war gestorben.
Doch da geschah es: Aus seinem Körper, da wuchs die Welt hervor: Sein Atem wurde zu Wind und Wolken. Seine Stimme erzeugte den Donner. Aus dem linken Auge erstrahlte die Sonne, aus rechten scheint der Mond. Seine Arme und Beine wurden zum Süden, zum Norden, zum Osten und Westen. Aus seinem Leib entstanden die Berge, all die Gebirge der Welt. Aus seinen Tränen wurden die Flüsse, aus seinen Venen Straßen und Wege. Sein Fleisch aber brachte die Bäume hervor. Sein Körperhaar wurde zu Gras und Blumen. Aus seinem Kopfhaar entstanden Sterne. Seine Knochen und Zähne wurden zu Steinen.Parasiten hatten auf ihm gelebt, Wanzen und Flöhe und Läuse. Aus ihnen wurden die Menschen der Welt, viele verschiedene Völker.
So geschah es. So entstand die Welt aus dem Körper des toten Riesen.
Griechenland
Der griechische Dichter Hesiod aus Askra in Böotien, in seiner Jugend Hirte, schuf um 700 v.chr. in 1022 Versen eine „Theogonie“ (= mythischer Bericht über Herkunft der Götter), die in kraftvoll rhythmischem Stil die Weltentstehung und den Ursprung der Götter beschreibt. Am Anfang treten spontan Chaos (Personifikation des leeren Raumes), Gaia (Erde, Personifikation der großen Mutter) Tartaros (die Unterwelt) und Eros (die mächtige Kraft der Liebe) in Erscheinung. Chaos erzeugt mit sich allein Nyx (Nacht), dir das Licht entstehen lässt. Die Erde gebiert aus sich selbst den Himmel (personifiziert in Uranos) und das dunkle Meer (personifiziert in Photos). Aus Gaias Verbindung mit Uranos gehen die Titanen hervor. Diese und andere Kinder der Gaia lassen in unerschöpflicher Fruchtbarkeit die Geschlechter der Götter entstehen, die dann miteinander kämpfen.
„Das Auffälligste an diesem archaischen Mythos ist der fruchtbare, mit zügelloser Gewalt geführte Kampf der göttlichen Mächte: allüberall Kindermord, Inzest. Kastration, Zerstörung und Verrat. Der Götterkampf ist großartig primitiv. Der weise und gerechte Zeus geht als Sieger daraus hervor „ (Barbara Sproul).
Zuallererst war Chaos da. Es war der leere Raum. Und dann war da Gaia, die Urmutter Erde. Und dann war da Tartaros, der Abgrund. Und dann war da Eros, die Kraft der Liebe. Eros wirkt auf ewig. Und aus dem Chaos ging Dunkel hervor. Und dann erschien das Licht. Und Gaia erzeugte Himmel und Erde; der Himmel war Uranos. Und Gaia verband sich mit Uranos. Und da entstanden die Zwölf Titanen. Einer der Titanen war Kronos. Und Rhea war seine Schwester. Auch Okeanos war ein Titan, das tiefe, strömende Meer. Und Gaia verband sich mit Himmel und Meer. Und sie gebar die Kyklopen. Das waren Riesen. Die waren furchtbar. Die hatten nur ein Auge. Und Gaia gebar noch andere Riesen. Die hatten jeder hundert Arme.
Uranos fürchtete die Kyklopen und die hundertarmigen Riesen. Er dachte: Die wollen meine Herrschaft. Er fühlte sich bedroht. Da verbannte er sie in den Tartaros, in den dunklen, tiefen Abgrund. Gaia war voller Zorn darüber. Sie rief ihre Kinder, die Titanen: „Hört mich! Euer Vater ist grausam. Wir müssen uns rächen an ihm!“ Und Gaia ließ in sich Eisen wachsen. Und sie fertigte eine scharfe Sichel. Kronos wollte der Mutter helfen. Kronos hasste den Vater.
Es geschah in der Nacht. Uranos kam. Er wollte mit Gaia schlafen. Aber da war Kronos. Er kam mit der Sichel. Und er entmannte den Vater. Und aus dem Blut: Erynnien kamen, Göttinnen der Rache. Giganten kamen aus dem Blut, neue schreckliche Riesen. Der Same aber floss ins Meer. Und da kam weißer Schaum. Da wurde Aphrodite geboren. Sie war die schönste Göttin.
Uranos aber schrie vor Schmerz. Und er verfluchte Kronos: „ Auch dir wird einstmals dasselbe geschehen! „ Und dann war Uranos tot. Kronos hatte jetzt große Angst. Rhea war seine Frau. Und immer, wenn Rhea Kinder gebar- Kronos verschlickte sie. Er dachte: Dann können sie mir nichts antun. Dann bleibe ich verschont. So verschlang er Hera und Hestia und Hades und Poseidon. Und wieder sollte Rhea gebären. Sie wollte es retten, das Kind. Sie versteckte sich auf der Kreta. Dort wurde Zeus geboren. Und Rhea verbarg ihn in eine Höhle. So rettet sie ihn. Eine göttliche Ziege gab ihm Milch. Die Bienen der Berge brachten ihm Honig.
Rhea aber kam zu Kronos mit einem Eingewickelten Stein. Kronos dachte: Das ist das Kind. Und er verschlang das Bündel. Aber dann, als Zeus erwachsen war, da trat er hin vor Kronos: „Spuckte sie alle wieder raus!“ Und Kronos würgte und spuckte. Alle würgte er wieder hervor von Hera bis Poseidon.
Und Zeus begann den Kampf gegen Kronos und dessen Brüder, die Titanen. Mit den Kyklopen zog er heran und mit den hundertarmigen Riesen. Er hatte sie aus dem Abgrund befreit, aus dem finsteren Tartaros. Fruchtbar war die große Schlacht. Zehn Jahre dauerte sie. Zeus schleuderte die Donnerkeile, von den Kyklopen geschmiedet. Zeus wurde Sieger über Kronos. Und er entmannte ihn. Kronos war tot. Zeus war jetzt Herrscher. Er war der erste der Götter. Er teilte die Herrschaft mit seinen Brüdern, den anderen Kindern der Rhea. Hades bekam die Unterwelt. Poseidon bekam das Meer.
Zeus war weise und gerecht. Er wohnte jetzt auf dem Olymp.
Prometheus
So war nun die Welt geschaffen. Himmel und Erde hatten darin ein festes Gefüge, und das Meer war in seine Ufer gewiesen. Allerlei Getier bevölkerte den Erdraum; in den Wellen tummelten sich die Fische, in den Lüften die Vögel, und über den Erdboden hin eilten leichtfüßige Tiere aller Art. Aber noch fehlte es an dem Geschöpf, das berufen war, mit seinem Geist die weite Welt zu beherrschen.
Da betrat Prometheus die Erde.
Er war ein Enkel des Uranos, des Himmelsgottes, und Sohn des Titanen Japetos. Prometheus, der seines Vaters erfindungsreiche Klugheit geerbt hatte, wusste von dem göttlichen Samen, der im Boden ruhte. Er nahm Erdenton und formte aus ihm nach dem Ebenbild der Götter eine Gestalt. In die Brust schloss er ihr gute wie böse Eigenschaften ein, die er den Seelen aller Lebewessen diese Erde entnommen hatte, und formte daraus die menschliche Seele. Die Göttin Pallas Athene, seine himmlische Freundin, die sein Werk mit Bewunderung betrachtete, blies dem beseelten Erdenkloß ihren Atem ein und gab dem Menschen damit den Geist. So entstanden die ersten Menschen.
Gar bald füllten sie in unendlicher Vielzahl das Erdenrund. Doch was nützte ihnen der herrliche Bau ihrer Glieder, was der göttliche Funke, wenn sie nicht die himmlischen Gaben wohl zu verwenden verstanden? Sie lebten wie im Traum dahin, denn nicht des Gehörs noch des Gesichts wussten sie sich zu bedienen. Ohne Plan war, was sie taten, denn was ahnten sie vom Lauf der Sterne, von den Jahreszeiten, was von der Kunst des Häuserbauens? Und was wussten sie von der segensreichen Macht des Feuers?
Da wurde nun Prometheus zum Lehrmeister seiner Geschöpfe: Er lehrte sie den rechten Gebrauch aller Gaben der Himmlischen, lehrte sie sehen und hören, nach dem Wandel der Gestirne den Tag einteilen und den Jahresablauf in der ewig wechselnden Schönheit seiner Zeiten erleben. Nun lernten sie, sich die Tiere zu dienstbaren Helfern zu machen und mit Schiffen das Meer zu befahren. Sie verstanden Steine und Ziegel zu bereiten, das Holz zu behauen und feste Häuser zu errichten. Nur eines fehlte den Menschen: das Feuer.
Die Götter, voran der gewaltige Zeus, hatten von den Menschen Anerkennung ihrer Herrschaft und Verehrung für den Schutz verlangt, den sie den Erdensöhnen gewährten. Die Menschen waren zu solchen Dienst bereit und Prometheus wurde von ihnen geschickt, mit den Göttern zu verhandeln. Aber in törichter Vermessenheit versuchte er Zeus selbst, den Allwissenden, zu Täuschen, und so versagte der Weltenbeherrscher den Menschen die göttliche Gabe des Feuers. Doch auch hier wusste der kluge Titanensohn Abhilfe. Er näherte sich mit einem leicht entzündbaren Riesenhalm dem vorüberfahrenden Wagen des Sonnengottes Helios, entnahm ihm den Feuerbrand und eilte mit diese Fackel zur Erde, den Menschen das Feuer zu bringen. Allüberall flammten die Holzstöße auf: Der Mensch besaß jetzt die wohltätige, segensreiche Kraft des Feuers.
OBEN
Genesis 1.
Im Anfang schuf Elohim den Himmel und die Erde; die Erde war aber eine Wüstenei und Öde; Finsternis lag über dem Abgrund, und der Geist Elohims schwebte über der Wasserfläche. Da sprach Elohim: „Es werde Licht!“, und es war Licht.
Und Elohim sah, dass das Licht gut war; da schied Elohim das Licht von der Finsternis und nannte das Licht „Tag“, der Finsternis aber gab Er den Namen „Nacht“. Und es wurde Abend und wurde Morgen: erster Tag.
Dann sprach Elohim: „es entsteh ein festes Gewölbe in mitten der Wasser und bilde eine Scheidenwand zwischen de beiderseitigen Wassern!“ Und es geschah so. So machte Elohim das feste Gewölbe und scheid dadurch die Wasser unterhalb des Gewölbes von den Wassern oberhalb des Gewölbes. Und Elohim nannte das feste Gewölbe „Himmel“. Und es wurde Abend und wurde Morgen: zweiten Tag.
Dann sprach Elohim:“Es sollen Lichter am Himmelsgewölbe entstehen, um Tag und Nacht voneinander zu scheiden; die sollen Merkzeichen sein und zur Bestimmung von Festzeiten sowie zur Zählung von Tagen und Jahren dienen! Und sie sollen Leuchten sein am Himmelsgewölbe, um Licht über die Erde zu verbreiten!“ Und es geschah so. Da machte Elohim die beiden großen Lichter: das größeren Licht zu Herrschaft über den Tag und das kleinere Licht zur Herrschaft über die Nacht, dazu auch die Sterne. Elohim verteilte sie dann über das Himmelsgewölbe, damit sie Licht über die Erde verbreiten und am Tage und in der Nacht die Herrschaft führten und das Licht von der Finsternis schieden. Und Elohim sah, dass es gut war. Und es wurde Abend und wurde Morgen: vierter Tag.
Dann sprach Elohim: „ Es wimmle das Wasser von einem Gewimmel lebender Wesen, und Vögel sollen über der Erde am Himmelsgewölbe hinfliegen! „ Und so geschah es. Elohim schuf die großen Seetiere (Drachen) und alle Arten der kleinen Lebewesen, die da sich regen, von denen die Gewässer wimmeln, dazu alle Arten der beschwingten Vögel. Und Elohim sah, dass es gut war. Da segnete Elohim sie mit den Worten: „Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser in den Meeren! Auch die Vögel sollen sich auf Erden mehren!“ Und es wurde Abend und wurde Morgen: fünfter Tag.
Dann sprach Elohim: „ Die Erde bringe alle Arten lebender Wesen hervor, Vieh, Kriechgetier und wilde Landtiere, jedes nach seiner Art!“ Und es geschah so. Da machte Elohim alle Arten der wilden Tiere und alle Arten des Viehs und alles Getier, das auf dem Erdboden kriecht, jedes nach seiner Art. Und Elohim sah, dass es gut war.
Dann sprach Elohim: „Lasst uns Menschen machen nach unserem Bilde, uns ähnlich, die da herrschen sollen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels, über das (zahme) Vieh und alle (wilden) Landtiere und Über alles Gewürm, das auf dem Erdboden kriecht.“
Nach dem Bilde Elohims schuf Er sie; als Mann und als Frau erschuf Er sie. Dann segnete Elohim sie mit Worten:“ Seid fruchtbar und mehret euch: Füllt die Erde an und macht sie euch Untertan! Herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alle Lebewesen, die auf der Erde sich regen!“
Dann fuhr Elohim fort: „Hiermit übergebe ich euch alle samentragenden Pflanzen auf ganzen Erde und alle Bäume mit samentragenden Früchten: Die sollen euch zur Nahrung dienen! Aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was auf der Erde kriecht, was Lebensodem in sich hat, weise ich alles grüne Kraut zur Nahrung an!“
Und Elohim sah alles an, was Er geschaffen hatte, und siehe: Es war sehr gut. Und es wurde Abend und wurde Morgen: der sechste Tag. So waren der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Herrn vollendet.
Da brachte Elohim am siebten Tag sein Werk, das Er geschaffen hatte, zur Vollendung und ruhte am siebten Tag von all seiner Arbeit, die Er vollbracht hatte. Und Elohim segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm hat Er von seinem ganzen Schöpfungswerk und seiner Arbeit geruht. Dies ist die Entscheidungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden.
OBEN
Genesis 2
Zurzeit, als Jahwe Erde und Himmel schuf, als es auf der Erde noch keine Sträucher auf dem Felde gab und noch keine Pflanzen auf den Fluren gewachsen waren, weil Jahwe noch keinen Regen auf die Erde hatte fallen lassen, und noch keine Menschen da waren, um den Ackerboden zu bestellen, ließ Jahwe eine Wasserflut aus der Erde aufsteigen und tränkte die ganze Oberfläche des Erdbodens. Da bildete Jahwe den Menschen aus dem Staub der Ackererde und blies ihm den Lebensoden in die Base; so wurde er zu einem lebenden Wesen. Hierauf pflanzte Jahwe einen Garten in Eden nach Osten hin und versetzte dorthin den Menschen, den Er gebildet hatte. Dann ließ Jahwe allerlei Bäume aus dem Erdboden hervor wachsen, die lieblich anzusehen waren und wohlschmeckende Früchte trugen, dazu auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen.
Es entsprang aber ein Strom in Eden, um den Garten zu bewässern, und teilte sich von dort aus, und zwar in vier Arme. Der erste hieß Pison: Diese ist es, der das ganze Land Hawila umließt, woselbst sich das Gold findet- das Gold dieses Landes ist kostbar -, dort kommt auch das Bedolachharz vor und der Edelstein Soham. Der zweite Strom hieß Gihon: Dieser ist es, der das ganze Land Kusch umfließt. Der dritte Strom hieß Tigris: Diese ist es, der östlich von Assyrien fließt; und der vierte Strom war der Euphart.
Als nun Jahwe den Menschen genommen und in den Garten Eden gesetzt hatte, damit er ihn bestelle und behüte, gab Jahwe dem Menschen die Weisung: „ Von allen Bäumen des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen- von dem darfst du nicht essen; denn sobald du von diesem isst, musst du des Todes sterben.“ Hierauf sagte (sich) Jahwe:“ Es ist nicht gut für den Menschen, dass er allein ist; ich will ihm eine Hilfe schaffen, die zu ihm passt.“ Da bildete Jahwe aus der Ackererde alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie benennen würde: Und wie der Mensch jedes einzelne benennen würde, so sollte es heißen. So legte denn der Mensch allen zahmen Tiere, allen Vögeln des Himmels und allen wilden Tieren Namen bei; aber für den Menschen fand Jahwe keine Hilfe (Gefährtin) darunter, die zu ihm gepasst hätte.
Da ließ Jahwe einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, so dass er einschlief; dann nahm er eine von seinen Rippen heraus und verschloss deren Stelle wieder mit Fleisch; die Rippe aber, die Er aus dem Menschen genommen hatte, gestaltete Jahwe zu einer Frau und führte diese dem Menschen zu. Da rief der Mensch aus: „ Diese endlich ist es; Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Diese soll ischa heißen, weil sie vom isch genommen ist.“ Darum verlässt ein Mann seinen Vater und seine Mutter und hängt seine Frau an, und sie werden ein Fleisch sein.
Und sie waren beide nackt, der Mann und seine Frau, und doch schämten sie sich nicht voreinander.
Dogone
Bevor die Welt begann, lebte Amma, der Schöpfer, im Himmel. Amma baute sich eine Schmiede und füllte sie mit Feuer, so dass der Himmel rot glühte. Dann nahm er etwas Lehm und rollte ihn zwischen seinen Handflächen zu einem Ball. Er legte den Lehm Ball in das Feuer der Schmiede.
Als der Ball weiß glühend war, nahm Amma ihn aus dem Feuer und legte acht rote Kupferringe um ihn herum. So schuf Amma die Sonne, die er an den Himmel setzte. Danach schuf er den Mond aus Lehm, indem er acht weiße Kupferringe um einen anderen Lehmball legte. Er setzte den Mond an den Himmel, damit er der Sonne folge. Aus den Resten des heißen Lehms machte Amma die Sterne. Er nahm ganze Hände voll davon und schleuderte sie weit hinaus in das Dunkel des Weltalls, wo sie wie leuchtender Staub schimmerten. Amma nahm noch mehr Lehm und schuf die Erde. Dann drückte er ein wenig Lehm flach aus und gab ihm die Gestalt eines weiblichen Körpers, dessen Kopf nach Norden zeigte. Als die Erde geschaffen war, erkannte Amma, wie einsam er selbst war, und so blies er mit seinem Atem Leben in die Lehm frau und nahm sie sich zur Frau. Als sie das erste Mal zusammenlagen, hatte die Frau Angst vor ihrem neuen Ehemann. Wegen ihrer Furcht war das erste Kind, das sie gebar, der Schakal, und er war böse und gemein. Anstatt im Himmel zu leben, versteckte sich der Schakal auf der Erde und wartete auf jede Gelegenheit, Unfrieden zu stiften.
Als Amma das nächste Mal bei der Frau lag, gebar sie Zwillinge, einen männlichen und einen weiblichen. Dies waren die Nommo. Der obere Teil ihrer Körper war menschlich, aber die untere Hälfte war wie der Körper einer Schlange.
Die Augen der Nommo brannten rot wie das Feuer aus Ammas schmiede, und ihre Körper waren bedeckt mit glitzerndem grünen Harr. „Meine Kinder“, sagte Amma zu den Nommo, „ich möchte, dass ihr die Vorfahren aller Menschen erschafft, die eines Tages auf der Erde leben werden. Macht auch Pflanzen, die sie anbauen können, und Tiere, die die Welt mit ihnen teilen, aber zeigt ihnen nicht das Feuer. Wenn die Menschen das Feuer haben, werden sie die Geheimnisse der Schöpfung lernen und meine Macht nicht mehr anerkennen.“
Die Nommo nahmen Stöcke und zeichneten die Umrisse von zwei Körpern, einem männlichen und einem weiblichen, auf den Boden des Himmels. Dann bliesen sie ihren Atem auf diese Umrisse, und die Umrisse wurden zum ersten Mann und zur ersten Frau. Der Mann und die Frau lebten im Himmel, und die Frau gebar acht Zwillingspaare, acht männliche und acht weibliche Kinder. Sie sollten die Ahnen des Dogon-Volkes werden.
Serau, der erste Mann, ging zu den Nommo und sagte: „ Lasst mich und meine Familie auf die Erde hinuntergehen, damit wir Samen pflanzen und Früchte anbauen. Gebt uns Feuer, damit wir Dinge schaffen können. „ Noch nicht“, sagten die Nommo. „ Die Erde ist noch nicht bereit für euch. Wartet noch ein wenig, bis wir den Schakal gefunden und zurück in den Himmel gebracht haben, damit er euch kein Leid zufügen kann.“
Aber Serau wollte nicht warten. Heimlich baute er einen Kornspeicher aus Lehm. In diesen Kornspeicher setzte er seine Frau und seine Kinder und alle Pflanzen und Tiere, die sie auf der Erde brauchen würden. Dann schlich sich Serau in Ammas Schmiede und stahl das Feuer. Er tat es in einen ledernen Blasebalg und versteckte den Blasebalg im Kornspeicher. Serau hob den Kornspeicher hoch auf seine Schultern und rannte zum Regenbogen, der den Himmel mit der Erde verbindet.
Die Nommo sahen Serau weglaufen und wurden sehr böse. „Komm zurück!“, riefen sie. „ Die Erde ist noch nicht bereit! „ Aber Serau hörte nicht. Er sprang auf den Regenbogen und begann auf ihm zur Erde hinunterzugleiten. Die Nommo schleuderten Blitze und Donner nach ihm. Der grollende Donner betäubte Serau, und als ein Blitz ihn traf, fiel er vom Regenbogen. Der Kornspeicher fiel von seinen Schultern und verstreute Menschen, Tiere und Samen in alle Richtungen. Als Serau auf der Erde aufschlug, brach er sich Arme und Beine; und seitdem sind die Arme und Beine der Menschen an den Ellbogen und Knien Gebogen.
Die Menschen waren jetzt über die ganze Erde verstreut, aber wo sie auch waren, spürte der Schakal sie auf und stiftete Unfrieden. Er lehrte die Menschen unterschiedliche Sprachen, sodass sie sich untereinander nicht mehr verstehen konnten. Er erzählte ihnen Lügen, die sie mit Angst und Hass erfüllten. Er machte Waffen und zeigte den Menschen, wie man tötet und Kriege führt. Weil Serau nicht warten wollte, bis die Erde bereit für ihn war, können die Menschen auf der Erde nun nicht in Frieden zusammenleben.
OBEN
Indien
Rigweda X, 129,1-7
Nicht Nichtsein war damals und nicht das Sein.
Kein Luftraum war, kein Firmament.
Wer hielt die Welt? Wer schloss sie ein?
War es das Wasser im Abgrund?
Nicht Tod war da und nicht das Leben,
nicht Sonne, nicht Mond und nicht die Sterne.
Dann aber kam es zum Seienden.
Das eine war da. Da war Atem.
Dunkelheit war noch in der Welt.
Dass All – ein großes Gewoge.
Da kam das Leben, ein Same, ein Keim,
geboren durch die Macht der Glut.
Zeugungslust aus bloßem Gedanken
Wurde zum ersten Samen.
Sinnende Denker, forschend im Herzen,
verknüpften das Sein mit dem Nichtsein.
Es gab ein Oben. Es gab ein Unten,
getrennt durch eine Schnur.
Oben aber war das Gewähren,
unten das Begehren.
Dem Nichtsein verbanden die Denker das Sein.
So wurden die ersten Dinge.
Wer aber weiß das alles gewiss,
wie diese Schöpfung entstanden ist?
Diesseits der Schöpfung sind die Götter.
Doch wo sind sie hergekommen?
Wer weiß, wie dies alles sich begab
Und ob es durch Tatkraft geschah?
Ein höchster Gott im Licht des Himmels –
Er weiß es. – Oder weiß er es nicht?
Manusmriti
Dieses Universum war ganz Finsternis, unkenntlich, ohne Unterscheidungsmerkmale, dem Denken unerreichbar, unerfasslich, ganz in tiefen Schlaf versunken. Dann trat der göttliche Selbstgeborene mit unwiderstehlichen hervor; er schuf dies, vertrieb die Finsternis.
Er, der dem übersinnlichen Geist Erfassbare, der unvorstellbare, der Ewige, der alle Dinge in sich enthält und unbegreiflich ist, der trat von selbst in die Erscheinung.
Er, der die verschiedensten Geschöpfe aus sich hervorzubringen wünschte, schuf mit seinem Denken zuerst die Wasser, in die er Keimkräfte sandte. Daraus entstand ein goldenes Ei, an Glanz der Sonne gleich. In diesem ließ er sich selbst als Brahman gebären, der Schöpfer der ganzen Welt.
Aus dieser unvorstellbaren, ewigen Grundursache, die zugleich wirklich wie auch unwirklich ist, wurde der persönliche Geist erzeugt, berühmt in dieser Welt als Brahman.
Der Göttliche wohnt in diesem Ei ein Jahr lang; dann teilte er es durch seine Denkkraft in zwei Hälften. Und aus diesen beiden Hälften bildete er Himmel und Erde, zwischen ihnen den Luftraum, und die acht Weltgegenden und den ewigen Aufenthalt der Wasser (das Meer).
Aus sich selbst ließ er die Denkkraft hervorgehen, die zugleich wirklich wie auch unwirklich ist, und aus der Denkkraft das Ich-Bewusstsein.
Upanishaden
Nicht war diese Welt am Anfange nicht; nicht war sie. Diese Welt war am Anfange, und sie war nicht; es war nur der Geist, der existierte (Manas). Dieser Geist war geschaffen und wünschte sichtbar zu werden, deutlicher, körperlicher. Er suchte nach einem selbst, er tat Buße und wurde körperlicher. Er sah seine 36000 Arkafeuer, die aus Geist gebildet, aus Geist geschichtet waren. Sie wurden nur im Geiste angelegt, nur im Geiste geschichtet; im Geist wurden bei ihnen die Soma becher geschöpft; im Geist sang und rezitierte man; welche Handlung man beim Opfern vollzieht, welche Opferhandlung, die wurde bei diesen aus Geist gebildeten, im Geist geschichteten, im Geist rein geistig vollzogen…
Dieser Geist schuf die Stimme. Die Stimme war geschaffen und wünschte sichtbar zu werden, deutlicher, körperlicher. Sie suchte nach einem Selbst. Sie tat Buße und wurde körperlicher. Sie sah ihre 36000 Arkafeuer, die aus der Stimme gebildet, aus der Stimme geschichtet waren. ……
Die Stimme schuf den Hauch. Der Hauch war geschaffen und wünschte sichtbar zu werden. ….
Der Hauch schuf das Auge. Das Auge war geschaffen und wünschte sichtbar zu werden…
Das Auge schuf das Ohr. Das Ohr war geschaffen und wünschte sichtbar zu werden…..
Das Ohr schuf das Werk. Das Werk verdichtete sich zu Lebenshauchen, zum Gefäß, zum Speisebehälter. Das Werk ist unvollständig ohne die Lebenshauche; die Lebenshauche sind unvollständig ohne das Werk.
Das Werk war geschaffen und wünschte sichtbar zu werden…
Das Werk schuf das Feuer. Das Feuer ist schichtbarer als das Werk; denn durch das Werk bringen sie das Feuer hervor, durch das Werk zünden sie es an.
Das Feuer war geschaffen und wünschte sichtbar zu werden…Diese Feuer sind durch Wissen geschichtet. Alle Wesen schichten sie immerdar für den, der die Feuer in dieser Weise kennt, auch für den, der schläft. Durch Wissen allein sind sie für den, der so weiß, geschichtet.
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Die Welt war anfangs Wasser, eine wogende Flut. Es wünschte sich fortzupflanzen, kasteite sich und tat Buße. Als es Buße tat, entstand ein goldenes Ei. Es gab damals noch kein Jahr. Das goldene Ei schwamm solange umher, als die Zeit eines Jahres beträgt.
Shatapatha-Brahmana
Die Lehre des Shandilya aus Chandogya-Upanishad
Er soll als die Wahrheit das Brahman verehren. Der Mensch besteht aus Wollen, und so groß wie das Wollen ist, mit dem er aus dieser Welt scheidet, so groß ist das Wollen, mit dem er nach dem Tode in jene Welt eingeht. Er soll so das Selbst verehren: Verstand ist sein Stoff, der Hauch sein Leib, Glanz seine Erscheinungsform, der Äther (der Raum) sein Selbst. Es wandelt nach Belieben seine Gestalt, ist schnell wie der Geist, ist wahrhaften Entschlusses, wahrhaften Verhaltens, voll jeglichen Geruches und voll jeglichen Geschmackes, nach allen Himmelsrichtungen sich weitend, alles erfüllend, wortlos, achtlos. Wie ein Reis – oder Gersten – oder Hirsekorn oder eines Hirsekorns Korn, ist im Inneren der Purusha (das Selbst), golden wie ein rauchloses Licht, großer als der Himmel, großer als der Luftraum, großer als die Erde, großer als alle Wesen. Es ist das Selbst des Hauches, es ist mein Selbst. Zu diesem Selbst werde ich beim Scheiden von hier gelangen. Wem solche Gewissheit ist, dem bleibt kein Zweifel. So sagt Shandilya; so ist es.
OBEN
Nordamerika
Sioux –
Vor aller Zeit, da es nichts anderes gab, auch keine Vorstellung von Zeit, da gab es Inyan, den Fels. Inyan hatte kein Geschlecht. Sein Geist aber war Wakan Tanka, das große Unbegreifliche. Außer Inyan gab es Hanhepi, die Schwärze der Dunkelheit. Inyan war weich und sanft, doch besaß er alle Kraft der Welt. Und diese Kraft war in Inyans Blut. Und Inyans Blut war blau.
Irokesen –
Eins lebte die Menschheit in einem himmlischen Paradies. Unter dem Himmel lag nicht die Erde, sonder so weit man blicken könnte, dehnte sich das Meer aus, in dem Wasservögel und andere Tiere wohnten.
Über dem großen Wasser stand keine Sonne; doch der Himmel war erleuchtet vom Baum des Lichtes, der vor dem Haus des Himmelsherrn wuchs. Ein Traum riet dem Herrscher über das himmlische Paradies, eine schöne, junge Frau zu heiraten, und er tat, wie ihm im Traum befohlen worden war. Vom Atem des Himmelsherrn wurde die Frau schwanger, doch der Mann begriff nicht das Wunder der Natur, sondern entbrannte in Wut und Zorn. Da träumte ihm abermals, und die Stimme des Traumes riet ihm, den Baum des Lichtes vor der Schwelle seines Palastes auszureißen. Und wieder hörte er auf die Stimme seines Traumes. So entstand draußen vor dem Haus ein großes, klaffendes Loch.
Hopi
Die erste Welt war Tokpela – unendlicher Raum. Zuerst, so heißt es, gab es nur Schöpfer Taiowa. Alles übrige war unendliche Leere ohne Anfang, ohne Ende, ohne Zeit, ohne Form, ohne Leben. In dieser unermesslichen Leere waren Anfang und Ende, Zeit Form und Leben allein im Geist des Schöpfers Taiowa.
Denn er, der Unbegrenzte, erdachte das Begrenzte. Zuerst schuf er Sotuknang, um das Begrenzte sichtbar zu machen, und er sprach zu ihm: Ich habe dich erschaffen als erste Kraft und als Werkzeug, dass du ausführen mögest meinen Plan für das Leben im unendlichen Raum. Ich bin dein Onkel. Du bist mein Neffe. Geh nun und errichte diese Welt in geeigneter Ordnung, dass alle Dinge harmonisch miteinander auskommen und zusammenwirken mögen nach meinem Plan.
Sotuknang tat, wie ihm befohlen worden war. Aus dem unendlichen Raum fügte er zusammen, was als feste Masse erscheinen sollte, knetete es zu Formen, die er in neun Reiche verteilte: eines für Taiowa, den Schöpfer, eines für sich selbst und sieben Reiche für das Leben, das entstehen sollte. Nachdem er dies Vollbracht, begab sich Sotuknang zu Taiowa und fragte: „Ist all dies nach deinem Plan?“
Tolteken –
Im dreizehnten obersten Himmel lebte der große Gott Ometeotl, der auch Herr-unserer-Nahrung hieß. Seine Frau Xochiguetzal gebar ihm vier Söhne. Der älteste war Camaxtil, genannt der Rote Tezcatlipoca, weil er bei seiner Geburt krebsrot gefärbt war. Der zweite Sohn hieß der Schwarze Tezcatlipoca: ein Reise an Gestalt und ein Riese an Bosheit. Er wurde als rabenschwarzen Kerl im Mittelpunkt aller Geschöpfe und Dinge geboren. Der dritte Sohn war Gott Nacht-und-Wind unter dem Namen Quetzalcoatl Vorbild und Führer der Tolteken und Azteken.
OBEN
Islam
Da ist Allah, eurer Herr. Es gibt keinen Gott außer ihm, dem Schöpfer aller Dinge. Er ist Sachwalter über alle Dinge. Die Blicke erreichen ihn nicht. Er aber erreicht die Blicke (Sure 6, 102-103). Erschaffen hat er die Himmel und die Erde (30, 8). Er lässt die Nacht in den Tag übergehen und den Tag in die Nacht. Und er hat dienstbar gemacht die Sonne und den Mond. Jedes eilt zu seinem bestimmten Ziel (35, 13).
Er ist es, der den Himmel und Erde in sechs Tagen schuf. Ihm gehört das Reich der Himmel und der Erde. Zu ihm kehren alle Dinge zurück (57, 4-5). Er hat alles gut geschaffen. Zuerst erschuf er den Menschen aus Ton. Er formte ihn und blies ihm von seinem Geist ein. Und er machte ihm Gehör, Augenlicht und Herz (32, 7.9).
Und es gehört zu seinen Zeichen, dass er aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen wohnt. Und er hat Liebe und Barmherzigkeit zwischen euch gemacht. Zu seinen Zeichen gehört auch die Verschiedenheit eurer Sprachen und Arten. Und zu seinen Zeichen gehört auch euer Schlaf und euer Streben (30, 21-23). Allah ist es, der Winde sendet und die Wolken aufrührt. Er breitet sie aus am Himmel, wie er will. Und er zerreißt sie. Dann siehst du den Regen aus ihrer Mitte hervorbrechen. Und er trifft damit von seinen Dienern, wen immer er will. Und sie freuen sich (30, 48). Allah ist es, der euch die Nacht zur Ruhe eingesetzt hat und den Tag zum Licht. Denn Allah ist allgütig gegen die Menschen. Allah ist es, der euch die Erde zum festen Grund und den Himmel als Dach gegeben hat, der euch geformt, und zwar schön geformt hat, und der euch speist mit köstlichen Dingen. Er ist es, der euch aus einem Samentropfen kommen lässt, der euch wachsen lässt im Leib der Mutter. Dann lässt er euch als Kind herauskommen. Dann lässt er euch die Zeit der vollen Kraft erreichen. Und dann lässt er euch alt werden. Allah gibt Leben und Tod. Und wenn er eine Sache beschlossen hat, dann sagt er nur: „ Werde!“- und sie ist (40, 61.63.67.68). Allah erschafft, was er will. Und er ist der, der alles weiß und allmächtig ist (30,54). Er ist es, der die Schöpfung am Anfang macht und sie dann wiederholt (30, 27). Allah ist der Schöpfer, der Bildner und Gestalter. Im gebühren die höchsten Namen. Ihn preist, was in den Himmeln und auf Erde ist. Er ist der Allmächtige und Allweise (59, 24).
Polynesien und Mikronesien
Am Anfang war nichts. Alles war nirgends. Nichts mischte sich mit etwas. Nur eine sehr große leere Stelle war da. Das einzige, was dort lebte, war die Alte Spinne Nareau. Sie ging eine Weile hin und her und fand die große Muschel. Die Alte Spinne klopfte an die große Muschel, aber sie konnte sich nicht ofnen. Sie konnte die Schale weder aufmachen noch zerbrechen.
Maori-Mythos
Io wohnt im Unendlichen, im unermesslichen Luftraum.
Das All ist im Dunkel.
Überall ist Wasser.
Da ist kein Schimmer einer Dämmerung, nichts deutlich, kein Licht.
Und Io spricht: „Dunkelheit, erfülle dich mit Licht!“
Und sogleich erscheint das Licht.
Und Io spricht: „Licht, erfülle dich mit Dunkelheit!“
Und sogleich sind Licht und Dunkelheit verwoben.
Und tatsächlich; das Licht ist der Voraussetzung für Der Raum und Zeit Phänomen. Nur das Licht mit seinem Ausbreitung be….. der Raum (damit auch die Voraussetzung für Dasein) deren ohne Licht nicht gibt. Dem Licht eine Dominanz zugeschrieben ist in Religionen ständig (bewusst) praktizierte Übertreibung.
Und Io spricht: „Dunkel soll oben sein. Dunkel soll unten sein.
Licht soll oben sein. Licht soll unten sein. Herrschen aber soll das Licht!“
So gewinnt das helle Licht die Vorherrschaft über das Dunkel.
Und Io sieht auf das Wasser, das ihn von allen Seiten umgibt.
Und wieder spricht er:
„Seid getrennt, ihr Wasser!
Sei gebildet, Himmel!
Und du, Erde, komm hervor!“
Und sogleich trennen sich die Wasser.
Der Himmel steigt empor.
Ausgebreitet liegt die Erde da.
OBEN
John C. Lilly
Der Sternschöpfer bewegte sich, erwachte aus seiner/ihrer Ruhe im nichts. Bewusstsein-ohne-Objekt wandte sich selbst zu und sah, wie es sich selbst zuwandte. Im direkten Feedback mit sich selbst kreierte es die erste Unterscheidung: eine unendliche Reihe seiner Selbst im Wechsel mit dem Nichts, eine Sequenz der Abwechslung von nichts und Wesen, Nichts, Wesen, Nichts, Wesen…..Aus dem Nichts kam der Hyperraum, das erste Anzeichen seiner/ihrer erwachenden Schöpfung.
In der größten Szene bildet der Sternschöpfer sofort (in einem Zeitraum von 10-27 Sekunden), Hyperraum, Bewusstsein-ohne-Objekt, die erste Unterscheidung des Sternschöpfers. Der Hyperraum wird vom Sternschöpfer mit dem Kraft seiner Kreativität begnadet.
Der Hyperraum bewegte sich Simulant in zwei verschiedene Richtungen. So entstanden zwei Wirbel in ihm, die sich permanent ausdehnten und zusammenzogen. Der Sternschöpfer hatte die zweite Unterscheidung geschaffen: zwei Hyperraumwirbel, die nebeneinander und miteinander tanzen. Nichts dergleichen hatte es bislang gegeben. Der Sternschöpfer, sein Hyperraum, seine zwei Wirbel und das Nichts waren die einzigen kosmischen Inhalte. Die Wirbel trennten und verbanden sich, tanzen zusammen, um sich dann wieder zu trennen und zu finden. Als sie sich miteinander verbanden, baute sich eine orgiastische Energie auf; immer höher und höher erschein die positive liebende Energie, die dritte Unterscheidung: liebe.
Aus dem Buch, „Der Scientist“ Sphinx Verlag Basel 1984
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